Oftmals werde ich von Leuten gefragt, wie es sich so in Taiwan lebt. Um ehrlich zu sein unterscheidet sich das Leben auf Taiwan kaum von dem in andern südostasiatischen Ländern. Nun aber wie es ist in einem Land zu leben, dass von der Mehrheit der Staaten auf der Welt nicht anerkannt wird? Die kurze Antwort ist man merkt es nicht. Zumindest nicht im Alltag. Als Taiwaner hat man einen eigenen Pass (ausgestellt auf die Republic of China), es gibt ein eigens Postsystem, eine taiwanische Währung (New Taiwan Dollar), ja sogar eine Top-Level-Domain (.tw) besitzt Taiwan. Rein äusserlich merkt man nichts von der Isolation, die China versucht herzustellen. Taiwan ist eigentlich nur politisch isoliert, wirtschaftlich nicht. D.h. man kriegt alle Güter, die auf dem freien Markt erhältlich sind. Auch die Hin- und Ausreise klappt so weit, nur verbietet China Fluggesellschaften, die Taiwan anfliegen, in China zu landen. Fluggesellschaften wie z.B. KLM haben daher extra Tochtergesellschaften gegründet, um Taiwan anzufliegen. Auch dürfen Flugzeuge von und nach Taiwan, nicht über China fliegen, das führt zur komischen Situation, dass für ein Flug Taipeh-Paris das Flugzeug Richtung Japan startet, also Richtung Osten anstelle von Westen und um ganz China herum fliegen muss. Mal ganz abgesehen davon, dass das ökologischer Blödsinn ist, verlängert es die Reise unnötig.

Man kann sagen die Taiwaner können gut mit dem Status-Quo leben. Doch warum der taiwanische Präsident ausgerechnet jetzt den Status ändern will, soll Thema eines der nächsten Beiträge sein.